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Gefahrgutzug
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Einsatzbereiche
Der Gefahrgutzug ist eine Spezialeinheit zur Gefahrenabwehr bei
Freiwerden von gefährlichen Stoffen und Gütern. Dies kann z. B. bei
einem Verkehrsunfall mit einem Gefahrguttransporter geschehen, oder aber
bei Unfällen im Bereich der chemischen Industrie. Aber auch in kleinerem
Ausmaß können gefährliche Situationen entstehen, wenn z. B. durch
unsachgemäßen Umgang im häuslichen oder handwerklichen Bereich kleinere
Mengen gefährlicher Stoffe freiwerden.
Im Einsatzfall wird
zunächst die zuständige kommunale Feuerwehr alarmiert, welche die Lage
erkundet, sowie die erforderlichen Maßnahmen bestimmt. Wenn sie diese
nicht selbst durchführen kann, kann sie den Gefahrgutzug zur Unterstützung
anfordern. Sie wird dann je nach ihren personellen und materiellen
Möglichkeiten die Erstmaßnahmen durchführen.
Der Zugführer des Gefahrgutzuges erhält dann vom Einsatzleiter die
Einsatzaufträge für den Einsatzabschnitt "Gefahrgut". Außerdem berät er
diesen in Sachfragen.
Zusammensetzung
Der Gefahrgutzug ist seit 1.1.2007 wieder eine Einheit der
Feuerwehr Kirchohsen. Als zweiter Zug innerhalb der Wehrgliederung ist
er damit der Führung der FF Kirchohsen unterstellt. Hiermit wird
einer Vereinbarung (s. u.) zwischen Gemeinde Emmerthal und Landkreis
Hameln-Pyrmont Rechnung getragen, nach der der OrtsBM der FF Kirchohsen
für die Besetzung der Sonderfahrzeuge der Kreisfeuerwehr durch seine
Einsatzkräfte verantwortlich ist. Der Zug wird personell verstärkt durch
interessierte Mitglieder der Ortswehren Emmern und Hagenohsen.
Die Fahrzeuge, die vom Gefahrgutzug besetzt werden, sind alle
Sonderfahrzeuge, die eine Kreisfeuerwehr für besondere Einsatzlagen
vorhalten muss. Sie sind alle an der FTZ stationiert.
Alarmierung
Die Alarmierung erfolgt über Funkmeldeempfänger. Die Einsatzkräfte
sammeln sich auf dem Gelände der FTZ und rücken dann im Zugverband mit
allen für den Gefahrgutzug benötigten Fahrzeugen ab.
Bei Alarmierung des
Gefahrgutzuges wird automatisch auch der ABC-Zug des Landkreises alarmiert.
Die Zusammenarbeit beider Einheiten in einem der o. g. Fälle ist aus
taktischen Gründen äußerst wichtig: Zum einen errichtet der ABC-Zug die Dekontaminationsstelle und stellt weiteres
Personal und Gerät für den Einsatz unter Chemikalienschutzanzügen (CSA). Desweiteren
wird der Strahlen- Spür- und Messzug hinzugezogen, wenn es erforderlich
ist. Dieser führt
dann Messungen am Einsatzort und in der Umgebung durch.
Es kann auch lediglich eine kleine Anzahl von Einsatzkräften alarmiert
werden, wenn
nur einzelne Sonderfahrzeuge der FTZ erforderlich sind. Dieses betrifft
insbesondere den GW-AS und den
TW 7/2.
Geschichte
Der Landkreis
Hameln-Pyrmont hat im Jahre 1954 die Kreisschlauchpflegerei in
Kirchohsen eingerichtet. Die FF Kirchohsen wurde in den
Räumlichkeiten mit aufgenommen. Seit dem gibt es die Vereinbarung, dass
diese die Besetzung der Kreisfahrzeuge übernimmt. Diese
Vereinbarung hat bis heute Bestand.
Als 1984 ein Gerätewagen Atemschutz-Strahlenschutz (GW-AS) und 1987 ein Gerätewagen Gefahrgut (GW-G) angeschafft wurden, besetzten die Einsatzkräfte der FF Kirchohsen auch diese Fahrzeuge. Jedoch erkannte man, dass der Umgang mit diesen Fahrzeugen speziellere Kenntnisse erforderte und dass diese im normalen Übungsdienst nicht im nötigen Umfang erlernt werden konnten. Daher entschloss man sich, eine zusätzliche Gruppe einzurichten, die sich mit der Thematik Gefahrgut und Strahlenschutz befassen sollte. So wurde im Januar 1990 die Umweltgruppe (UWG) innerhalb der Ortswehr Kirchohsen gegründet. Sprecher der Gruppe wurde Antonio Rohde.
Bereits in dieser
Entstehungsphase kam einer der größeren Einsätze in der Geschichte
dieser Einheit auf die Kameraden zu:
Am Abend des 15. März 1990 wurde die UWG zu ihrem ersten Einsatz
gerufen. In Hameln hatte die Polizei einen Gefahrguttransporter auf den
Parkplatz des BHW gelenkt, da aus dem aufliegenden Container eine
Flüssigkeit austrat.
Unter Vollschutz wurden die Fässer vom LKW entladen. Der Einsatz dauerte
bis in die frühen Morgenstunden. Bereits am Abend gab es den nächsten
Einsatz für die UWG: In Lauenstein galt es die Straße von einer
Düngemittelspur zu reinigen.
Im Zuge der weiteren Ausbildung wurde deutlich, dass die Ortswehr mit ihren Möglichkeiten an ihre Grenzen kommt. Die Besetzung des damals neu angeschafften ELW 3 wurde an die Ortswehr Ohr abgegeben und Freiwillige der Ortswehr Hagenohsen verstärkten 1992 die UWG. Gleichzeitig wurde auf Kreisebene mit der Einführung eines Gewöhnungslehrganges für CSA-Träger begonnen. Hintergrund hierfür war die Anschaffung von jeweils 4 CSA in den Schwer- oder Stützpunktwehren im Landkreis. Hierdurch wurde es den kommunalen Feuerwehren des Landkreises erstmals ermöglicht, Maßnahmen im Gefahrguteinsatz mit angemessener Schutzkleidung einzuleiten bzw. durchzuführen.
Im Jahre 1993 übernahm Michael Ließ die Leitung der UWG, da der Kamerad Antonio Rohde aus persönlichen Gründen sein Amt abgegeben hatte.
Seit 1994 verstärken auch Kameraden der Ortswehr Emmern die UWG. Da hierdurch erstmals die Zugstärke erreicht wurde, wurde aus der UWG ein Umweltzug (UZ). In diesem Jahr bekam Kamerad Ließ Unterstützung durch Stellvertreter Wolfgang Risch.
1995 wurde die Position „Sprecher“ des UZ verändert. Kamerad Ließ wurde stellv. Zugführer der Ortswehr Kirchohsen und mit der Leitung des UZ betraut. Im Jahr 1997 erfolgte dann die offizielle Ernennung zum Zugführer des Umweltzuges durch den Kreisbrandmeister. Auch Stellvertreter Wolfgang Risch wurde nun offiziell ernannt. Damit wurde die Führung des UZ aus der Ortsfeuerwehr Kirchohsen ausgegliedert und auf Kreisebene angelegt.
Anfang 2003 legte Kamerad Risch sein Amt als Stellvertreter nieder. Zu seinem Nachfolger wurde Antonio Rohde ernannt.
Im November des Jahres 2006 trat die Führung der FF Kirchohsen aus diversen Gründen an die Kreisfeuerwehr Hameln-Pyrmont mit der Bitte heran, den Umweltzug organisatorisch wieder in die FF Kirchohsen zurückzuführen. Die Kreisfeuerwehr stimmte diesem Vorschlag zu und legte als Stichtag den 1. Januar 2007 fest. Zugführer Michael Ließ legte daraufhin sein Amt nieder. Sein Stellvertreter Antonio Rohde wurde von Kreisbrandmeister Dieter Schulz für den Zeitraum bis zum 1. Januar kommissarisch zum Zugführer ernannt. Da auch er sich für die Zeit danach nicht mehr als Führungskraft zur Verfügung stellt, wurde am 19.1.07 von der Mitgliederversammlung der FF Kirchohsen, an der auch die betroffenen Kameraden der Feuerwehren Hagenohsen und Emmern teilnahmen, eine neue Führung gewählt und anschließend vom Ortsbrandmeister Kay Leinemann eingesetzt.
Zum neuen Zugführer des Gefahrgutzuges, wie dieser seit dem genannt wird, wurde Wolfgang Risch ernannt. Neuer stellvertretender Zugführer wurde Phil Kreibaum. Da dieser jedoch nach acht Monaten wieder von seinem Amt zurücktrat, wurde Sascha Meyer kommissarisch zum stellvertretenden Zugführer ernannt.