Einsatz Nr. 13/2010: Feuer in Grundschule Grohnde

Feuer im Lehrerzimmer während des Unterrichts - Großeinsatz für Feuerwehr und Rettungsdienst - keine Verletzten!

"Hurra hurra, die Schule brennt!" Diesen Satz aus dem gleichnamigen Song der Gruppe "Extrabreit" hat wohl jedes Kind sich schonmal als Realität gewünscht.

Die Kinder, die jedoch am Mittwoch, den 28. April in der Grundschule Grohnde unterrichtet wurden, werden sich das sicher niemals wieder wünschen, denn die Panik stand ihnen in´s Gesicht geschrieben, als die ersten Einsatzkräfte gegen 11:47Uhr auf den Schulhof rollten...

Den Einsatzkräften ging es nicht anders, als um 11:43Uhr die Meldeempfänger der Feuerwehren Grohnde und Kirchohsen mit dem Stichwort "Feuer in Grundschule Grohnde" piepten. Nicht nur, dass Einsatzkräfte immer besonders betroffen sind, wenn Kinder in Gefahr sind - hinzu kam auch, dass mehrere Einsatzkräfte sich dessen bewusst waren, dass ihre eigenen Kinder ebenfalls an dieser Schule unterrichtet werden!


Ein Trupp unter Atemschutz geht zur Menschenrettung vor. Der feine Brandrauch ist deutlich zu erkennen! Foto: Dewezet

Die Feuerwehrkräfte um Einsatzleiter Willi Pflughaupt begannen umgehend damit, die Grundschule nach vermissten Kindern abzusuchen, während Rettungsassistent Frank Scholz zusammen mit den Lehrkräften die Kinder zur Betreuung und näheren Untersuchung in die anliegende Sporthalle verbrachte.

Da nicht alle Klassenbücher bei der Anwesenheitsfeststellung vorlagen, konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden, dass noch Kinder in der Schule zurückgeblieben waren. Aus diesem Grunde wurde die Alarmstufe "Feuer 2" ausgelöst: Sirenenalarm für die Feuerwehren Lüntorf und Welsede! Außerdem wurde die gesamte Feuerwehr Kirchohsen alarmiert (zuvor waren nur die Atemschutzgeräteträger im Einsatz). Da große Mengen an Atemschutzgeräteträgern erforderlich waren, wurde außerdem die Feuerwehr Ohr alarmiert. Der Rettungsdienst forderte weitere Rettungskräfte sowie den Leitenden Notarzt an! Außerdem wurden zur Versorgung der völlig verängstigten Kinder Kaltgetränke angefordert.

Während einige Feuerwehrmänner unter Atemschutz systematisch das Schulgebäude absuchten, gingen andere zur Brandbekämpfung vor. Das Feuer konnte in einem Sozialtrakt im Erdgeschoß im Bereich des Lehrerzimmers lokalisiert werden. Der Brandrauch waberte jedoch durch weite Teile der Schule. Nachdem im Brandraum ein Fenster geöffnet worden war, konnte der Rauch mit einem Hochleistungslüfter aus dem Schulgebäude geblasen werden.

Währenddessen führten die Notärzte aus Hameln und Bodenwerder, sowie der Leitende Notarzt (LNA) Dr. Joachim Hertel aus dem Bathildiskrankenhaus Bad Pyrmont die Sichtung der geretteten Kinder durch. Ein Notarztteam stand auf dem Schulhof bereit, um sofort eingreifen zu können, falls die Suchtrupps entgegen aller Hoffungen doch noch ein Kind gefunden hätten.

Hierzu kam es zum Glück nicht! Nachdem alle Räume abgesucht worden waren, konnte Einsatzleiter Willi Pflughaupt erleichtert melden, dass keine Verletzten mehr in der Schule gefunden worden waren!


Foto: Dewezet


Suche nach versteckten Glutnestern, Foto: Dewezet

Auch LNA Dr. Hertel konnte nach Sichtung der kleinen Patienten Entwarnung geben, dass alle das Feuer unbeschadet überstanden hatten.

Schnell machte sich unter den Einsatzkräften Erleichterung breit und so konnte dieser hochdramatische Einsatz doch noch mit einem Happy-End abgeschlossen werden!

Für die Polizei, die Schulleitung sowie die Gemeinde Emmerthal beginnt jetzt allerdings erst die richtige Arbeit: Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
Bürgermeister Andreas Grossmann eilte umgehend nach Erhalt der Meldung zum Einsatzort und machte sich ein Bild von der Situation. Zusammen mit der Schulleitung und Fachleuten aus dem Bauwesen wird der Schaden nun beurteilt. Bis zur Wiederaufnahme des regulären Schulbetriebs wird man sich vermutlich mit einer Übergangslösung behelfen.

Des Weiteren wird man analysieren, wo noch Verbesserungspotential im Ablauf besteht. Als erste Einschätzung waren sich die Beteiligten einig, dass das Zusammenspiel gut funktioniert hat und der Einsatz insgesamt als positiv zu bewerten ist. Als problematisch für die Personenerfassung hat sich herausgestellt, dass einige Eltern ihre Kinder bereits abgeholt hatten, bevor die Erfassung abgeschlossen war.

Letztendlich zählt jedoch, dass alle Kinder von Anfang an das Gebäude verlassen hatten.

Hier hat nicht zuletzt sicher auch die regelmäßige Brandschutzerziehung, die sowohl bei den Vorschulkindern im Grohnder Kindergarten als auch bei den Schülern der 3. Klassen von Brandschutzerziehern der Feuerwehr Emmerthal durchgeführt wird, Wirkung gezeigt.
Unbestätigten Angaben zufolge wurde der Brandrauch von zwei Schülern entdeckt, die als Strafmaßnahme aus der Klasse geschickt worden waren und auf dem Flur ihre Strafe absitzen mussten. Dass diese damit unfreiwillig zu den Helden des Tages wurden, hätten sie sicher nicht gedacht...

Einsatzbericht Feuerwehr Grohnde lesen...


Eingesetzte Fahrzeuge FF Grohnde:
TLF 16/24, LF 8
Eingesetzte Fahrzeuge FF Kirchohsen:
LF 16, TLF 16/25, ELW 1, GW-AS, RW 2, ELW 1 (Landkreis)
Eingesetzte Fahrzeuge FF Lüntorf:
TSF
Eingesetzte Fahrzeuge FF Welsede: TSF
Eingesetzte Fahrzeuge FF Ohr: TSF-W
Eingesetzte Fahrzeuge Rettungsdienst: ITW Emmerthal, RTW Emmerthal, RTW Hameln, NEF Hameln, NEF Bodenwerder, LNA HM-PY, OrgL HM-PY

Einsatzdauer: 2,25 Stunden

 


Foto: Dewezet

Foto: Dewezet

 

Foto: Dewezet