Einsatz Nr. 57/2009: Zimmerbrand in Kirchohsen

Kinderzimmer brennt in voller Ausdehnung - alle Bewohner gerettet - zwei Hunde verendet!

Um 5.37Uhr war die Nacht für die Einsatzkräfte der Feuerwehr Kirchohsen zu Ende, als am Sonntag, den 30. August die Funkmeldeempfänger Alarm auslösten.

Ein Zimmerbrand in der Kirchohsener Sültstraße war der Grund für den Einsatz. Als kurze Zeit später die ersten Fahrzeuge zum Einsatzort ausrückten, konnte die Kooperative Regionalleitstelle Weserbergland bereits sagen, dass ein Kinderzimmer in Flammen steht und nicht auszuschließen ist, dass sich noch Personen im Gebäude befinden. Nach dieser Meldung war der vorherrschende Gedanke bei den Einsatzkräften: "Hoffentlich geht das gut aus!" Gerade zu dieser frühen Uhrzeit, wenn normalerweise alle noch schlafen und Entstehungsbrände lange unbemerkt bleiben, passieren oft die tragischsten Unglücke im Zusammenhang mit Wohnungsbränden. Alle hofften, dass dieser Einsatz nicht dazu gehören würde!

Beim Eintreffen am Brandobjekt, erfuhren die Einsatzkräfte von den betroffenen Mietern, dass sich zwar keine Personen mehr in der Brandwohnung befanden, aber zwei Hunde beim Verlassen der Wohnung nicht mehr gefunden worden waren.


Foto: Dewezet

Da es sich jedoch um ein Mehrfamilienhaus handelte und sonst niemand draußen wartete, stand trotzdem die Menschenrettung im Vordergrund. Alle Mieter, die teilweise sogar noch schliefen, wurden geweckt und das gesamte Haus geräumt. Die Polizei identifizierte die geretteten Personen und glich sie mit den beim Einwohnermeldeamt für dieses Objekt gemeldeten Personen ab.

Parallel hierzu betrat ein Trupp unter Atemschutz die betroffene Wohnung. Eine starke Verqualmung und die Tatsache, dass bis dato alle Fenster geschlossen waren, führte zu einer starken Sichtbehinderung mit einer Sichtweite von wenigen Zentimetern. Der Angriffstrupp öffnete ein Fenster. Mit einem Überdrucklüfter wurde der Brandrauch aus dem Gebäude geblasen. Ein zweiter Trupp brach in eine Dachgeschosswohnung ein, bei der niemand geöffnet hatte und bei der durch eine starke Verqualmung im oberen Treppenhaus theoretisch auch Personen hätten in Gefahr sein können. Diese war jedoch derzeit unbewohnt wie sich später herausstellte.
Der Angriffstrupp hatte mittlerweile den Brandherd lokalisiert und die Flammen unter Kontrolle gebracht. Auch die vermissten Hunde waren gefunden worden - für sie kam jedoch jede Hilfe zu spät: Sie waren bereits erstickt. Hier wird deutlich, wie knapp die Familie einer noch größeren Tragödie entkommen ist.

Die Polizei hatte inzwischen ermittelt, dass alle gemeldeten Personen entweder gerettet wurden oder nicht zu Hause waren. Jedoch waren zwei Besucher anwesend, die ebenfalls wohlauf unter den Bewohnern standen, welche teilweise nur mit Schlafanzug und Hausschuhen bekleidet waren und daher mit Wolldecken versorgt wurden. Die Besatzung des Intensivtransportwagens der DRK-Rettungswache Emmerthal kümmerte sich um die medizinische Versorgung der Beteiligten. Zum Glück jedoch ist niemand verletzt worden.

Zur Ermittlung der Brandursache wurde die betroffene Wohnung, welche derzeit unbewohnbar ist, von der Kriminalpolizei beschlagnahmt. Der Gesamtschaden wurde von der Polizei auf 50.000,-€ geschätzt.

Fazit: Dieser Einsatz zeigt einmal mehr, wie wichtig Rauchmelder sein können: Wäre der Brand ein paar Minuten später entdeckt worden, wären einige Bewohner sehr wahrscheinlich nicht mehr mit dem Leben davon gekommen. Nähere Informationen zu Rauchmeldern für Privathaushalte finden Sie hier...
Auch zwei Hinweise in eigener Sache möchten wir an dieser Stelle gern loswerden:
- Allen Hausbesitzern möchten wir nahelegen, große kontrastreiche Hausnummern (idealerweise beleuchtet) anzubringen und diese so zu positionieren, dass sie auch während der Vorbeifahrt von beiden Seiten gut erkennbar sind. Da wir, genauso wie Rettungsdienst und Polizei, in der Regel nicht die Zeit haben, auszusteigen und die Hausnummern zu suchen, gleicht die Suche nach der richtigen Hausnummer oft der nach der Nadel im Heuhaufen. Manchmal kann man an zehn Häusern hintereinander im Vorbeifahren keine Hausnummer erkennen. Dies kostet im schlimmsten Fall lebenswichtige Zeit. Durch die Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung wird dieses Problem noch verstärkt, da wir unbeleuchtete Hausnummern mit Suchscheinwerfern suchen müssen!
- Allen Betroffenen, die vor einem Haus auf Hilfe warten, möchten wir nahelegen, sich frühzeitig und deutlich auf der Straße zu Erkennen zu geben, wenn sie das erste Einsatzfahrzeug erblicken. Wenn wir Sie rechtzeitig erkennen, können wir die zeitaufwändige Hausnummerbeachtung nämlich sein lassen und zügig bis zu Ihnen durchfahren. Und bitte beachten Sie: Es stehen oft Personen am Straßenrand und sehen uns an, aber erst, wenn Sie sich deutlich zu Erkennen geben (z.B. durch Winken mitten auf der Straße), können wir Sie als Betroffene von den anderen Personen unterscheiden. Und selbst wenn Sie die Einzigen auf der Straße sind, heißt das für uns noch lange nicht, dass Sie uns auch gerufen haben, denn oftmals erwartet uns auch niemand vor dem Haus. Aus diesem Grund müßten wir dann trotzdem die Hausnummernsuche beginnen, wenn Sie sich nicht bemerkbar machen...

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Eingesetzte Fahrzeuge :
LF 16, ELW 1, TLF 16/25, MZW S/K, RW 2, GW-AS

Einsatzdauer: 2,5 Stunden