Einsatz Nr. 35/2009: Höhenrettung am Ohrberg

Kind beim Spielen den Ohrberghang 25m tief abgerutscht - Vater klettert hinterher - beide unverletzt gerettet!

Ein Einsatz der besonderen Art rief am Mittwoch, den 3. Juni 2009 über 40 Einsatzkräfte der Feuerwehren Ohr und Kirchohsen, sowie der Höhenrettungsgruppe Oldendorf auf den Plan.

Es sollte eine ganz normale Geburtstagsparty werden: Einige Kinder spielten zusammen im Ohrbergpark. Darunter ein 12-jähriger Junge. Beim Herumtoben in der Nähe des Abhanges rutschten zwei Jungen über eine Kante. Einer konnte sich festhalten und wieder hinaufklettern. Der 12-jährige jedoch rutschte immer weiter. Insgesamt 25m tief schlitterte er den Abhang hinunter. Auf einem kleinen Felsvorsprung blieb er hängen. Ein kleiner Ast in der Nähe gab ihm zusätzlich etwas Halt. Jetzt wird ihm bewußt, in welcher Gefahr er schwebt. Direkt unter ihm geht es ca. 30m fast senkrecht abwärts. Ein Versuch, sich selbst zu retten, könnte tödlich enden.
Sein Freund läuft umgehend zurück zum Elternhaus und ruft um Hilfe. Die Mutter des 12-jährigen ruft umgehend die Feuerwehr. Sein Vater macht sich auf und läßt sich von dem Freund die Stelle zeigen, an der sein Sohn verunglückt ist.

Der Abhang ist zunächst noch flach, aber wird dann immer steiler. Vermutlich hat auch der Vater daher die Gefährlichkeit der Situation zunächst unterschätzt. Er kletterte seinem Sohn hinterher. Er findet ihn, kann aber nicht zu ihm vordringen. Er sitzt jetzt selbst in der Falle, da die Wand zum Hochklettern einfach zu steil und zu rutschig ist. Daher harren beide aus und versuchen, sich bis zum Eintreffen der Feuerwehr möglichst ruhig zu verhalten.

Die Einsatzkräfte um Einsatzleiter Wolfgang Meyer konnten bei Eintreffen keinen Sichtkontakt zu den Vermißten herstellen. Daher ließen sie zur Unterstützung die Höhenrettungsgruppe Oldendorf alarmieren. Jedoch schafften es die Feuerwehrmänner Henning Klemme aus Ohr, sowie Adrian Rohde und Thomas Klemme aus Kirchohsen, noch vor deren Eintreffen, sich zu den Vermissten abzuseilen und diese mit Sicherungsgurten gegen Absturz zu sichern. Sie konnten kaum glauben, dass beide scheinbar unverletzt waren. Mit vereinten Kräften und den Sicherungstrupps oben auf dem Berg, konnten beide Personen unverletzt innerhalb von 40min gerettet werden. Die B83 direkt unterhalb der Absturzstelle wurde während der Rettungsarbeiten voll gesperrt. Schaulustige verfolgten das Geschehen vom Radweg aus.

Als Vater und Sohn wohlauf über die Kante geklettert kamen, applaudierten alle Anwesenden zur geglückten Rettung. Die erleichterte Mutter organisierte kurzerhand den Kuchen, welcher noch wegen der Geburtstagsfeier bereit stand und verteilte ihn als Dankeschön unter den Einsatzkräften. Das bereitstehende Rettungsdienstpersonal um Notärztin Dr. Barbara Michelmann untersuchte die beiden und konnte nach kurzer Zeit Entwarnung geben. Beide konnten am Einsatzort verbleiben.

Feuerwehrmann und Notfallseelsorger Michael Ließ faßte das Geschehen treffend zusammen: "Das sind doch die schönsten Einsätze - niemand zu Schaden gekommen, nichts wurde beschädigt oder zerstört, alle sind glücklich - was will man mehr?"


Eingesetzte Fahrzeuge (FF Kirchohsen):
TLF 16/25, ELW 1, RW 2
Eingesetzte Fahrzeuge (FF Ohr): TSF-W
Höhenrettungsgruppe FF Oldendorf

Einsatzdauer: 90 Minuten