Einsätze Nr. 49-54/2005: Beseitigung von Sturmschäden

Orkantief "Dorian" sorgt für zahlreiche Einsätze in Emmerthal! Selbst die Feuerwehrtechnische Zentrale blieb nicht verschont!

Diese Warnungen gab der Deutsche Wetterdienst für Freitag, den 16. Dezember für den Landkreis Hameln-Pyrmont aus. Sie ließen nichts Gutes erwarten:

 

Amtliche UNWETTERWARNUNG vor ORKANARTIGEN BÖEN
für den Landkreis Hameln-Pyrmont

gültig von: Freitag, 16.12.05, 04:00 Uhr
bis: Freitag, 16.12.05, 14:00 Uhr

ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am: Freitag, 16.12.05, 03:00 Uhr

Wind aus West, später Nordwest, dabei besonders in Höhenlagen
oberhalb 400 m Gefahr einzelner orkanartiger Böen um 110 km/h
(entspr. Stärke 11 Bft).

DWD / RZ Hamburg=

 

Amtliche WARNUNG vor SCHWEREN STURMBÖEN
für den Landkreis Hameln-Pyrmont

gültig von: Freitag, 16.12.05, 01:00 Uhr
bis: Freitag, 16.12.05, 15:00 Uhr

ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am: Freitag, 16.12.05, 00:45 Uhr

Zunehmender Wind mit Gefahr von Sturmböen, vereinzelt auch
schwere Sturmböen zwischen 75 und 100 km/h (entspr. Stärke 9 bis
10 Bft) aus West bis Nordwest.

DWD / RZ Hamburg=

 

Amtliche WARNUNG vor GEWITTER
für den Landkreis Hameln-Pyrmont

gültig von: Freitag, 16.12.05, 09:13 Uhr
bis: Freitag, 16.12.05, 12:00 Uhr

ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am: Freitag, 16.12.05, 09:13 Uhr

Vereinzelt kurze Gewitter möglich

DWD / RZ Hamburg=

Zunächst schienen die Sturmböen keine Schäden zu hinterlassen. Der Vormittag blieb ruhig.
Um 11:12Uhr jedoch war die Ruhe vorbei. Die Kleinschleife der Feuerwehr Kirchohsen wurde alarmiert, da an einem Supermarkt an der Hauptstraße ein Pavillon weggeflogen war.
Noch bevor das erste Fahrzeug die Feuerwehrtechnische Zentrale verlassen konnte, wurde diese selbst Opfer des Sturms. Ein FTZ-Mitarbeiter beobachtete, wie ein Teil des Flachdaches vom Altbau vom Wind abgerissen und weggeweht wurde. Einsatzkräfte, die auf dem Weg zur Feuerwehr waren, um die Einsatzfahrzeuge zu besetzen, sahen in der Zufahrtstraße "Am Schusterbruch" ein riesiges Trümmerfeld aus Dachziegeln, Teerpappen und sonstigen Baustoffen.

Daher übernahm Zugführer Frank Melde die Einsatzleitung an der Einsatzstelle FTZ, während sich die ersten Kräfte mit RW und TLF auf den Weg zum Einsatzort Hauptstraße machten.
Dort eingetroffen stellte Einsatzleiter Kay Leinemann fest, dass ein schwerer Pavillon, der als Unterstand für Einkaufswagen dient, über den ganzen Parkplatz geflogen war. Wie durch ein Wunder wurde dabei niemand verletzt und kein PKW beschädigt. Der Pavillon wurde an einen windgeschützten Ort verbracht. Ein weiterer Pavillon wurde ebenfalls entfernt und ein dritter gesichert und abgesperrt.
Während der Anfahrt zu dieser Einsatzstelle sah Gemeindebrandmeister Klaus Bonhagen in der Sültstraße einen gegen eine Hauswand gestürzten Baum. Einsatzleiter Kay Leinemann ließ daraufhin um 11:23Uhr die große Schleife alarmieren um alle verfügbaren Einsatzkräfte zu mobilisieren.

Zu dieser Einsatzstelle rückten der ELW und das LF aus. Während der Baumfällarbeiten wurden die Einsatzkräfte auf ein beschädigtes Dach ein paar Häuser weiter aufmerksam. Hier galt es, im Anschluß einige lose Dachziegel zu entfernen.
Gegen 11:50Uhr wurde dann von der Einsatzleitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst ein umgestürzter Baum an der Neuen Straße Ecke Gartenstraße gemeldet. Von der FTZ rückte nun noch der MZW zu dieser Einsatzstelle ab. Da die anderen Einsatzstellen bereits weitgehend abgearbeitet worden waren, kamen RW und LF zur Unterstützung dazu.
Eine Zehn-Meter-Tanne war auf einen Zaum gestürzt und hing mit der Krone genau über der Einmündung.

Keine zehn Minuten später wurde noch ein beschädigtes Dach in der Hauptstraße in Emmern gemeldet. Da die Feuerwehr Emmern bereits im Mittelfeld im Einsatz war, machten sich ELW und TLF auf den Weg zu dieser Einsatzstelle.
Weil bereits mehrere Dachziegel auf Straße und Bürgersteig gestürzt waren, wurde die Hauptstraße in diesem Bereich voll gesperrt.
Eine Dachdeckerfirma war schnell vor Ort und setzte das beschädigte Dach instand.

Der Sturm war mittlerweile schwächer geworden, es wurden keine neuen Schäden mehr gemeldet. Daher rückten alle Fahrzeuge nach und nach ein, um die an der FTZ verbliebenen Kollegen bei der Beseitigung der dortigen Schäden zu unterstützen.
Auch hier war bereits eine Dachdeckerfirma angerückt, die die defekten Elemente entfernte und das Dach wieder abdichtete.

Nachdem dies abgeschlossen war, galt es den angefallenen Bauschutt zu entsorgen. Mit vereinten Kräften wurde dieser zusammengefegt und auf einen LKW verladen um ihn anschließend der Abfallverwertung zuzuführen.

Fazit des Einsatzes: Gehäufte Einsätze nach Unwettern abzuwickeln, war eigentlich nichts besonderes, aber dass auch mal die eigene Bausubstanz dabei zu Bruch gehen kann, hatte bis dato (zum Glück) noch keiner von uns erlebt.

Eingesetzte Fahrzeuge: RW 2, TLF 16/25, ELW 1, LF 16 MZW S/K

Einsatzdauer: 5,25 Stunden