Chronik

Nach alten überlieferten Unterlagen wurde 1836 das erste Gerätehaus am Thie in Kirchohsen erbaut. In der Zeit von 1836 bis 1880 wurde der Feuerschutz wahrscheinlich von einer Pflichtfeuerwehr ausgeübt.

Im Jahre 1880 wurde von beherzten Kirchohsener Bürgern die Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen unter Hauptmann F. Blume mit 40 aktiven Kameraden gegründet.

Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen kurz nach der Gründung im Jahre 1880

Hierzu wurde ihnen eine mit Pferden zu bespannende Handdruckspritze der Fa. Louis Tidow von der Gemeinde Kirchohsen zur Verfügung gestellt!

Handdruckspritze aus dem Jahre 1880

Beim 25. Jubiläum im Jahre 1905 wurden noch elf Mitbegründer geehrt.


Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen beim 25 Jubiläum im Jahre 1905

Im Jahre 1914 beantragte die Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen bei der Gemeinde Kirchohsen einen Steiger- und Schlauchturm. Da dieser vermutlich aufgrund knapper Finanzen der Gemeinde nicht bewilligt wurde, protestierte die Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen, indem sie ihre Arbeit niederlegte. Die Wogen glätteten sich nicht wie erwartet nach kurzer Zeit wieder, sondern überdauerten schließlich den gesamten Ersten Weltkrieg bis zu einem Großbrand im Hause Matthiesen. Nach diesen sieben Jahren des Protests nahm die Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen am 3. April 1921 mit nunmehr 82 Mitgliedern unter Hauptmann Leppel und seinem Stellvertreter Krending ihren Dienst wieder auf.

Im Jahre 1924 gründeten erstmals musikinteressierte Feuerwehrmänner ebenfalls unter Hauptmann Hermann Leppel den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen. Blasinstrumente und eine Trommel wurden von Spenden der Wehrmänner und durch Sammlungen in Kirchohsen finanziert.

Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen im Jahre 1928

Durch einen tragischen Unfall im Jahre 1925 verlor die Wehr ihren Hauptmann Hermann Leppel. Dieses Amt übernahm nun der Kamerad Karl Müller. Sein Stellvertreter blieb H. Krending.

Beim 50. Jubiläum im Jahre 1930 waren noch sechs Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen dabei.

50 Jahre Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen im Jahre 1930

Nach 54 Jahren wurde im Jahr 1934 die reparaturbedürftige Handdruckspritze in den Ruhestand geschickt. Erstmals wurde nun von der Gemeinde Kirchohsen eine Motorspritze angeschafft.

Im Jahre 1937 wurde Hauptmann Karl Müller zum Kreisfeuerwehrführer berufen. Zum neuen Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen wurde nun der Kamerad Friedrich Feldmann gewählt.

Ein neues Gerätehaus mit dem lang ersehnten Schlauchturm konnte im Jahre 1938 durch die Gemeinde Kirchohsen übergeben werden. Es entstand auf dem Gelände Reherstraße 15.

Der stellvertretende Wehrführer Kamerad H. Krending ist im Jahre 1939 nach 40jähriger Dienstzeit altersmäßig aus dem aktiven Dienst ausgeschieden.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen sehr oft nach Luftangriffen in der Landeshauptstadt Hannover eingesetzt.

Im Jahre 1946 stellte der Wehrführer Friedrich Feldmann sein Amt zur Verfügung. Der Kamerad Karl Sommermeyer wurde nun zum neuen Wehrführer und der Kamerad Karl Beye zu seinem Stellvertreter gewählt.

Kamerad Ernst Gehrke verstarb im Jahr 1948. Er hatte seit 1921 die Ämter des Schriftführers und des Kassenwartes ausgeübt.

Im Jahre 1950 wurde Kamerad Karl Sommermeyer auf sechs Jahre zum Wehrführer gewählt. Sein Stellvertreter wurde der Kamerad Fritz Kreibaum. Erstmalig hieß nun der Wehrführer nicht mehr Hauptmann sondern Gemeindebrandmeister.

70 Jahre Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen im Jahre 1950

Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen im Jahre 1950

Im Februar des Jahres 1954 begann eine Partnerschaft, die bis heute andauern und für beide Parteien von großem Nutzen sein sollte: Der Landkreis Hameln-Pyrmont weihte in Kirchohsen auf dem Gelände Reherstraße 15 die neue Kreisschlauchpflegerei ein. Die Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen wurde von nun an in den Räumlichkeiten der Kreisschlauchpflegerei untergebracht. Gleichzeitig übergab die Gemeinde der Wehr erstmals ein Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 8 V 15. Das ehemalige Gerätehaus der Feuerwehr Kirchohsen wurde von nun an von der Gemeinde Kirchohsen als Verwaltungsgebäude genutzt.

Übergabe des neuen LF 8 V 15 im Februar 1954

Im Jahre 1955 feierte die Wehr ihr 75jähriges Bestehen in Festzelten auf dem Grundstück ihres Festwirtes und Vereinswirtes Wilhelm Zeddies. Bei diesem Jubiläumsfest wurde es zur Tradition der Kirchohsener, alle fünf Jahre ein Jubiläum zu feiern.

Auf der Generalversammlung 1956 stellte der inzwischen zum Unterkreisbrandmeister ernannte Kamerad Karl Sommermeyer sein Amt zur Verfügung. Sein Stellvertreter schied ebenfalls aus dem Amt aus. Zum neuen Gemeindebrandmeister wurde der Kamerad Hermann Feldmann und zu seinem Stellvertreter der Kamerad Walter Bonhagen gewählt.

Beim 80. Jubiläum im Jahre 1960 wurde von der Gemeinde eine Tragkraftspritze TS 8 übergeben, welche die 26 Jahre alte Motorspritze ersetzte.

Aus Altersgründen stellte der Kamerad Karl Sommermeyer im Jahre 1965 sein Amt als Unterkreisbrandmeister zur Verfügung. Sein Nachfolger wurde mit Kamerad Karl Coerdt ebenfalls ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen.

Im Jahr 1966 legte der Kamerad Hermann Feldmann aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Sein Stellvertreter Walter Bonhagen trat die Nachfolge an und wurde zum neuen Gemeindebrandmeister gewählt. Zum neuen Stellvertreter wurde der Kamerad Richard Ringe gewählt.

Entscheidende Änderungen im Feuerlöschwesen prägten in dieser Zeit besonders die Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen, da sie von nun an die Atemschutzgeräteträger für den Landkreis Hameln-Pyrmont stellte. Diese Tatsache und noch viele weitere waren die Früchte, die die Symbiose mit der Kreisschlauchpflegerei mit sich brachte.

Zur Pflege der Dorfgemeinschaft wurden zwischen der Wehr und anderen örtlichen Vereinen freundschaftliche Verhältnisse gehegt (z. B. durch Fußballspiele und Pokalschießen), die zum Teil noch bis heute Bestand haben. Bei diesen Veranstaltungen und vielen anderen Anlässen sorgte unser Musikzug stets für die musikalische Umrahmung. Unter der bewährten Leitung unseres Kapellmeisters Hans Lindhorst errang unser Musikzug viele Preise.

Nach 15 Jahren Dienst wurde im Jahre 1969 das inzwischen in die Jahre gekommene Löschgruppenfahrzeug LF 8 durch ein neues moderneres ersetzt.

Zum 90. Jubiläum wurde von der Gemeinde ein dringend benötigter Mannschaftstransportwagen übergeben.

Da die Kreisschlauchpflegerei inzwischen weit mehr Aufgaben übertragen bekommen hatte, als nur das Pflegen von Schläuchen, wurde sie im Jahre 1971 zur Feuerwehrtechnischen Zentrale umbenannt

Ein weiterer Wechsel im Kommando wurde im Jahre 1974 vollzogen, als unser stellvertretender Wehrführer Richard Ringe sein Amt zur Verfügung stellte und vom Kameraden Hermann Bleibaum abgelöst wurde. Da bei der Gebietsreform Anfang der 70er Jahre die selbständigen Gemeindeverwaltungen der späteren Emmerthaler Ortsteile zu einer großen Gemeindeverwaltung Emmerthal zusammengefasst wurden, änderten sich auch die Amtsbezeichnungen bei den Feuerwehren. Die Bezeichnung Gemeindebrandmeister erhielt der Führer der gesamten Gemeindefeuerwehr (früher Unterkreisbrandmeister). Die Führer der einzelnen Ortsfeuerwehren erhielten seit dem die Amtsbezeichnung Ortsbrandmeister.

Im August des Jahres 1975 rückte die Kreisfeuerwehrbereitschaft Hameln-Pyrmont aus, um in Eschede die dortigen Kameraden beim Heidebrand zu unterstützen. Mit dabei waren auch acht Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen, die anschließend wie alle anderen Helfer auch mit einer Gedenkmedallie ausgezeichnet wurden.

Einsatz in der Lüneburger Heide: das TLF der Feuerwehrtechnischen Zentrale mit Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen

die geehrten Kameraden der FF Kirchohsen
(von links: Gunther Backhaus, Horst Dröge, Hermann Bleibaum, Günther Kriszan, Klaus Bonhagen, Manfred Woltemate, Wilhelm Kunze, Karl Coerdt)

Wegen Krankheit war schließlich im Jahre 1976 unser Ortsbrandmeister Walter Bonhagen gezwungen, sein Amt zur Verfügung zu stellen. Auf Vorschlag der Versammlung wurde er nach seiner langen Tätigkeit im Kommando von der Gemeinde Emmerthal als Ehrenortsbrandmeister bestätigt. Zu seinem Nachfolger im Amt des Ortsbrandmeisters wurde der Kamerad Klaus Bonhagen von der Versammlung gewählt.

Am 19.4.1979 übergab erstmals die Gemeinde Emmerthal der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/25. Dieses Fahrzeug war dringend notwendig um schnelle Einsätze fahren zu können und somit unseren Bürgern einen noch besseren Schutz vor den Gefahren des Feuers leisten zu können.

Übergabe des neuen TLF 16/25 im Jahre 1979

Am 26.1.1980 stellte der stellvertretende Ortsbrandmeister Hermann Bleibaum sein Amt zur Verfügung. Zu seinem Nachfolger wurde der Kamerad Hans-Jürgen Wolf gewählt.

Im Jahre 1980 war es dann soweit: Die Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen wurde 100 Jahre alt! Dieses Jubiläum wurde zünftig gefeiert:

Am Freitag, den 31.5.1980 fand nach einer Kranzniederlegung ein großer Festkommers statt. Am Samstag, den 1.6.1980 lud die Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen zum Tanz im großen Festzelt ein. Am Sonntag den 2.6.1980 gab es einen großen Festumzug und anschließend einen weiteren Tanz im Festzelt. Am Montag den 3.6.1980 hatten wir immer noch nicht genug und veranstalteten ein Katerfrühstück, eine Kaffeetafel und ein Kinderfest mit abermaligem Tanz.

Die Festtage waren sowohl für die Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen, als auch für die Gäste und Bürger von Kirchohsen ein voller Erfolg!

Anlässlich dieses 100jährigen Bestehens übergab uns die Gemeinde Emmerthal erstmalig einen in Eigenleistung umgebauten Einsatzleitwagen ELW 1, welcher gebraucht von der Polizei beschafft wurde.


Festumzug anlässlich des 100jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen


Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen im Jubiläumsjahr 1980

Der Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen im Jubiläumsjahr 1980

Eine richtungsweisende Änderung bei den Feuerwehren war im Jahr 1980 die Errichtung einer Feuerwehr-Einsatz-Leitstelle (FEL) durch den Landkreis Hameln-Pyrmont. Die Alarmierung der Feuerwehr war bis dato nur örtlich über so genannte Feuermeldestellen möglich. Über das Telefon z.B. des Ortsbrandmeisters konnte die Feuerwehr angefordert werden. Dieser machte sich dann umgehend auf den Weg zum Feuerwehrhaus und gab "Feueralarm" über die zu diesem Zeitpunkt noch flächendeckend vorhandenen Luftschutzsirenen des Bundesamtes für Zivilschutz. Bei dem Signal "Feuer" (dreimal 12 Sekunden) machten sich alle Feuerwehrkameraden auf den Weg zum Feuerwehrhaus und wurden dort vom Ortsbrandmeister eingewiesen.
Mit der Errichtung der FEL wurde auch die heute selbstverständliche Kurznotrufnummer 112 eingeführt. Durch das Wählen dieser Notrufnummer wurde man ab sofort direkt mit der FEL verbunden, welche dann die zuständige Feuerwehr alarmierte. Die Alarmierung per Sirene wurde beibehalten, jedoch geschah dies nun nicht mehr per Knopfdruck vor Ort, sondern funkgesteuert von der FEL aus. Dies bedeutete einen gewaltigen Zeitvorteil im Einsatzfall, da die Einsatzkräfte so viel schneller alarmiert werden konnten. Außerdem existiert seit dieser Zeit auch das System der "stillen" Alarmierung. Ähnlich wie die Sirenen werden hierbei kleine Funkempfänger von der FEL ferngesteuert, welche durch eindringliches Piepen verbunden mit einer Alarmdurchsage auf einen Feuerwehreinsatz hinweisen. Da jedoch bei dieser Alarmierungsart jeder Feuerwehrmann mit solch einem Gerät ausgestattet werden muss, und hierbei nicht unerhebliche Kosten für die Beschaffung entstehen, ist die Sirenenalarmierung bis heute vor allem in den kleineren Ortsfeuerwehren immer noch das Mittel der Wahl. Für die Feuerwehr Kirchohsen jedoch begann nun das Zeitalter der Meldeempfänger.
Die Einsatzinformationen erhielt die alarmierte Feuerwehr seit dem über 4m-Sprechfunkgeräte, die von nun an nach und nach in alle Feuerwehrfahrzeuge eingebaut wurden.
Diese Veränderungen stellten die Weichen zu einem bewährten System des Bevölkerungsschutzes, welches sich zu dieser Zeit schnell bundesweit etablierte.

Am 24. Oktober 1981 stellte das Kommando der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen beim damaligen Gemeindebrandmeister Friedrich Henjes einen Antrag auf Beschaffung einer Drehleiter DLK 23/12!
Das Ortsbild Kirchohsens hatte sich zu dieser Zeit maßgeblich verändert: Der Bau des Kernkraftwerkes Grohnde stellte an sich bereits eine völlig neue Dimension an möglichen Einsatzszenarien und Rettungshöhen auf. Aber auch außerhalb des Werksgeländes hatte der Bau weitreichende Folgen. Mehrere Mehrfamilienhäuser mit mehr als drei Vollgeschossen wurden für die zukünftigen Mitarbeiter errichtet. So etwas gab es bis dato noch nicht in Kirchohsen und stellte die Feuerwehr entsprechend vor völlig neue Herausforderungen. Außerdem stellten die beiden Altenpflegeheime bereits damals die Frage offen, wie man eine große Zahl bettlägeriger Bewohner im Erstfall schnell aus dem Gebäude bekommt. Außerdem wurden die große Anzahl von Industrieanlagen mit ebenfalls hohen Gebäuden sowie das Schloß Hämelschenburg als Argumente für die Beschaffung einer Drehleiter diskutiert.
Gemeindebrandmeister Henjes entsprach dem Antrag und übergab ihn dem Feuerschutzausschuss, welcher sich fortan damit befasste. Da aber auch damals schon das Geld in den öffentlichen Kassen knapp war (Kostenpunkt damals knapp 1.000.000,-DM), scheiterte der Antrag jedoch vor dem Gemeinderat und es wurde beschlossen, im Rahmen der nachbarschaftlichen Löschhilfe bei Bedarf eine Drehleiter aus Hameln oder Bad Pyrmont anzufordern. Somit blieb dieser Wunsch der Feuerwehr Kirchohsen bis heute leider unerfüllt!

Am 28. Mai 1982 konnte die Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen mit Rat und Verwaltung der Gemeinde Emmerthal sowie Gästen die Einweihung des neuen Aufenthalts- und Unterrichtsraumes im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus zu feiern. Nach dem Umzug der Feuerwehr Kirchohsen in die Räume der FTZ war es zunächst von der Gemeinde Kirchohsen und nach der Gebietsreform von der Gemeinde Emmerthal als Verwaltungsgebäude genutzt worden. Nach dem Neubau des Rathauses an der Berliner Straße und dem Umzug der Verwaltung dorthin wurde das Gebäude der Feuerwehr wieder übergeben. Es wurde jedoch nicht mehr als Gerätehaus genutzt sondern beinhaltete im Obergeschoß die Dienstwohnung des Kreisschirrmeisters und im Erdgeschoß wurde es für die Feuerwehr Kirchohsen zu einem Unterrichts- und Aufenthaltsraum mit Büro und Küche umgebaut.

Leider gibt es in der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen nicht nur über freudige Ereignisse zu berichten. So wurde mit Wirkung vom 1.12.1982 laut Versammlungsbeschluss der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen nach 58 Jahren Bestand aufgelöst.

Nach diesem Verlust gab es allerdings ein Jahr später wieder eine Neugründung zu feiern. Zwar nicht die eines Musikzuges, aber dafür die einer Abteilung, deren Notwendigkeit zum damaligen Zeitpunkt wahrscheinlich noch niemand geahnt hat: Am 24.8.1983 wurde in großem Rahmen im Beisein von 19 Jugendlichen und 66 Gästen die Jugendfeuerwehr Kirchohsen gegründet. Der erste Jugendwart wurde der Kamerad Rolf Hüsing, welcher mit großem Engagement die Gründung dieser Nachwuchsabteilung vorangetrieben hatte. Ortsbrandmeister Klaus Bonhagen stand dem Unternehmen zunächst skeptisch gegenüber, konnte letztlich aber vom Gegenteil überzeugt werden, so dass der Gründung schließlich nichts mehr im Weg stand. Wie wichtig dieser Schritt damals war, konnte man schon beim 20. Jubiläum der Jugendfeuerwehr erkennen, bei dem bereits 31 der derzeitig 57 aktiven Kameraden (also 54%) ihre Feuerwehrkarriere in der Jugendfeuerwehr Kirchohsen begonnen haben. Fünf davon besetzten zu diesem Zeitpunkt sogar schon Führungsämter in der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen.

Gründung der Jugendfeuerwehr Kirchohsen am 24. August 1983

Im weiteren Verlauf des Jahres 1983 konnten im Rahmen einer großen Werbeveranstaltung 93 fördernde Mitglieder gewonnen werden.

Mit vielen Freunden, Bürgern und Gästen feierte die Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen am 13.7.1985 ihr 105. Jubiläum. Zum ersten Mal wurde als Festplatz das Gelände der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Kirchohsen genutzt. Wie schon mehrfach praktiziert, wurde auch zu dieser Feierlichkeit ein neues Arbeitsgerät der Feuerwehr übergeben. Erstmalig hatte die Gemeinde Emmerthal ein Löschgruppenfahrzeug der Größenordnung LF 16 beschafft, welches von nun an in den Hallen der Feuerwehr Kirchohsen stand und ein 16 Jahre altes LF 8 ablöste.

Übergabe eines neuen LF 16 im Jahre 1985

LF 16 auf Mercedes 1222AF ausgebaut von der Fa. Schlingmann, Dissen

Als weiteren Höhepunkt der Partnerschaft zwischen Freiwilliger Feuerwehr Kirchohsen und Feuerwehrtechnischer Zentrale des Landkreises Hameln-Pyrmont konnten die Kirchohsener Feuerwehrkameraden einen nagelneuen Anbau an den bereits bestehenden Hallenkomplex der FTZ beziehen, welcher von nun an ihr Domizil sein sollte. Festlich eingeweiht wurde dieser Anbau am 29.4.1987. Errichtet hat dieses Gebäude der Landkreis Hameln-Pyrmont für die Feuerwehr Kirchohsen, dafür hatte diese sich bereit erklärt, die Sonderfahrzeuge des Landkreises Hameln-Pyrmont jederzeit zu besetzen und die dafür nötigen Aufgaben wahrzunehmen.

Fahrzeughalle der Feuerwehr Kirchohsen 1987-2005

Im gleichen Jahr wurde auch der Fuhrpark der Feuerwehr Kirchohsen wieder modernisiert, indem ein neuer Einsatzleitwagen ELW 1 von der Gemeinde Emmerthal übergeben wurde, welcher ein sieben Jahre altes Gebrauchtfahrzeug ablöste.

ELW 1

Am 11.11.1987 um 9:00Uhr wurde die Feuerwehr Kirchohsen zu einem Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person alarmiert, welcher zunächst wie ein gewöhnlicher LKW-Unfall wirkte, sich aber nach kurzer Zeit zum bis dato schwersten Gefahrgutunfall im Landkreis Hameln-Pyrmont entwickeln sollte:

Auf der B83 zwischen Grohnde und Hehlen war ein Klein-LKW mit einem Langholztransporter frontal zusammengestossen. Der Klein-LKW war mit Fässern beladen, welche eine Bauschaum-ähnliche Substanz enthielten. Mehrere davon waren zerborsten und ihr Inhalt hatte sich in das gesamte Fahrerhaus ergossen. Der Fahrer war voll und ganz eingeschäumt und zunächst nicht im Schaumberg sichtbar.

Während die Rettungsmaßnahmen auf Hochtouren liefen, stellte der Einsatzleiter fest, dass der Stoff als Gefahrgut klassifiziert war (die Warntafeln waren nicht mehr ohne weiteres erkennbar) und leiteten daraufhin umfangreiche Maßnahmen zum Eigenschutz ein. Doch für einige Kameraden war dies bereits zu spät! Nachdem der Eingeklemmte (er hatte den Unfall nicht überlebt) geborgen worden war und die ersten Einsatzkräfte bereits mit der Bergung der Ladung beschäftigt waren, brachen plötzlich zwei Atemschutzgeräteträger bei der Arbeit bewusstlos zusammen! - Großalarm für den Rettungsdienst!!!

Im Folgenden wurden insgesamt 11 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen ins Krankenhaus transportiert. Alle Kameraden konnten jedoch nach einigen Tagen Beobachtung ohne Folgeschäden entlassen werden.

Einsatzbericht lesen

Am 3.6.1988 konnte die Jugendfeuerwehr Kirchohsen mit vielen Gästen und Freunden ihr erstes Jubiläum feiern. Fünf Kameraden der Jugendfeuerwehr ließen hierbei die ersten fünf Jahre der Jugendfeuerwehr Kirchohsen Revue passieren.

Im Jahr 1990 feierte die Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen ihr 110. Jubiläum.


110jähriges Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen im Jahre 1990

Am 13. Mai 1990 wurde die Feuerwehr Kirchohsen erstmals alarmiert, weil eine automatische Brandmeldeanlage eines Industriebetriebes im Langen Feld in Kirchohsen der FEL einen Feueralarm gemeldet hatte. Wie in den allermeisten Fällen, die seitdem noch folgen sollten, war es ein Fehlalarm. Die Fehleinsätze durch Brandmeldeanlagen sind seitdem ein fester Bestandteil der Jahresstatistik.

Im Jahre 1990 zählten Brandeinsätze längst nicht mehr zum Haupteinsatzgebiet der Feuerwehren. So musste auch die Feuerwehr Kirchohsen sich der Tatsache ergeben, dass ein völlig neues Aufgabenfeld immer mehr an Bedeutung gewann. Neue Fahrzeuge der FTZ, die von den Kameraden der Feuerwehr Kirchohsen besetzt werden mussten sowie einige bereits bestrittene Einsätze ließen die Kameraden erkennen, dass auf diesem neuen Fachgebiet Spezialkräfte geschaffen werden mussten. So wurde in diesem Jahr die Umweltgruppe gegründet, welche es sich zur Aufgabe gemacht hatte, Einsätze bei denen gefährliche Stoffe und Güter freigesetzt wurden mit Spezialgerät des Landkreises Hameln-Pyrmont zu bewältigen. Gruppenführer dieser Einheit wurde der Kamerad Antonio Rohde!

Am 7. Mai 1994 hatte die Feuerwehr Kirchohsen Gelegenheit ihr Können einem mächtigen Publikum vorzustellen. Im Rahmen des 40. Jubiläums der Feuerwehrtechnischen Zentrale führten wir eine Schauübung durch, die Seltenheitswert hatte. Zwei Kameraden waren täuschend echt geschminkt als Unfallopfer in zwei Autowracks gestiegen, die vor dem Unterrichtsraum auf der Reherstraße aufgebaut worden waren. Unter den Augen von über 1000 Zuschauern befreite die Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen beide „Opfer“ sowie eine „Leiche“ aus ihren Autowracks. Als Höhepunkt der Übung landete der Rettungshubschrauber Rotkreuz Hameln 60-91 auf dem Hof der FTZ um kurze Zeit später mit einem der Verletzten an Bord wieder abzuheben.

40 Jahre Feuerwehrtechische Zentrale

Ebenfalls im Jahr 1994 hatte die Umweltgruppe, mittlerweile unter der Leitung von Gruppenführer Michael Ließ, durch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Hagenohsen und Emmern einen so starken Mitgliederzuwachs bekommen, dass sie sich von nun an Umweltzug des Landkreises Hameln-Pyrmont nennen durfte!

Im Januar des Jahres 1995 wurden erstmals bei der Gemeinde Emmerthal Führerscheine der Klasse 2 beantragt, da die Bundeswehr mittlerweile nur noch wenige LKW-Fahrer ausbildete und somit der Anteil an Kameraden mit Führerschein der Klasse 2 mit den Jahren immer geringer geworden war. Nach einiger Zeit einigten sich der Landkreis Hameln-Pyrmont und die Gemeinde Emmerthal darauf, die Kosten für sechs Führerscheine der Klasse 2 je zur Hälfte zu übernehmen, da ja auch der Landkreis von diesen Kameraden profitiert.

Nach über zehn Jahren Pause nimmt die Feuerwehr Kirchohsen im Jahre 1996 endlich wieder an den Gemeindewettewerben teil und erlangt hierbei unter Gruppenführer Wolfgang Risch den 1. Platz!

Gemeindewettbewerbe 1996

Im Januar 1998 stellte der stellvertretende Ortsbrandmeister Hans-Jürgen Wolf sein Amt zur Verfügung. Zu seinem Nachfolger wurde der Kamerad Michael Sczesni gewählt.

Im Jahr 1999 trat die 1. Gruppe der Feuerwehr Kirchohsen mit historischen Uniformen und der alten Handdruckspritze aus der Gründungszeit unter der Führung von Rolf Hüsing zu einem Freundschaftswettbewerb mit Handdruckspritzen bei der Feuerwehr Lachem an und erlangte hierbei den 1. Platz!

historische Wettbewerbewerbe Lachem

Zum Jahrtausendwechsel stellte jede Kommune im Landkreis, so auch die Gemeinde Emmerthal mit der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen eine Silvesterbereitschaft auf, da Computerexperten befürchteten, der Jahreswechsel könne zu massenhaften Computerabstürzen führen, wobei eventuell Personen in Not geraten könnten. Allerdings musste keine Feuerwehr tatsächlich zu einem solchen Einsatz ausrücken!

Im September des Jahres 2000 feierte die Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen ihr 120jähriges Bestehen mit einem Tanz um den Schlauchturm mit Fahrzeugschau, Schauübungen der aktiven Kameraden und auch der Jugendfeuerwehr. Abends wurde in der Fahrzeughalle der Feuerwehr Kirchohsen kräftig das Tanzbein geschwungen.

Im Februar 2001 trat der Ortsbrandmeister Klaus Bonhagen nach 25jähriger Dienstzeit von seinem Amt zurück. Seine Nachfolge trat sein bisheriger Stellvertreter Michael Sczesni an. Zum neuen stellvertretenden Ortsbrandmeister wurde der Kamerad Kay Leinemann gewählt.

Im April 2001 hatte die Feuerwehr Kirchohsen das Glück, von dem Fernsehsender RTL ausgesucht worden zu sein, einen Einsatz nach einem Verkehrsunfall von 1997 nachzustellen, um dabei für die Sendung Notruf gefilmt zu werden. So nahmen wir einen ganzen Tag lang an den Dreharbeiten der Produktionsfirma teil und stellten enttäuscht fest, dass dort die meiste Zeit mit Warten verbracht wird. Aber ein halbes Jahr später hatte sich die Mühe gelohnt, als die Feuerwehr Kirchohsen tatsächlich vor einem Millionenpublikum im Fernsehen ihr Können präsentierte!

Notruf-Dreharbeiten 2001

Zum Jahreswechsel 2001/2002 wurde unser ehemaliger Ortsbrandmeister Klaus Bonhagen zum Gemeindebrandmeister gewählt.

Im Mai 2002 konnte der Feuerwehr Kirchohsen ein neuer Einsatzleitwagen ELW 1 durch die Gemeinde Emmerthal übergeben werden, welcher das 15 Jahre alte Vorgängermodell ersetzte.

Übergabe des neuen ELW 1

ELW1 auf VW LT35 (ausgebaut von der Fa. TDS Invents, Lüneburg)

Im Sommer 2002 wird ein Teil der Kreisfeuerwehrbereitschaften, darunter auch Kameraden der Feuerwehr Kirchohsen, über Nacht zusammengetrommelt und gen Norden in Marsch gesetzt. Im Landkreis Lüchow-Dannenberg wurden die Hameln-Pyrmonter Kameraden zur Deichsicherung an der Elbe eingesetzt, die bereits weite Landstriche überflutet hatte. Die Nachbarschaftshilfe und die Dankbarkeit der Einwohner im Schadensgebiet hat seinerzeit alle Kameraden mächtig beeindruckt und ließ dabei den Schmerz, den die unzähligen Monster-Mücken den Kameraden bei ihrer Arbeit angetan haben, merklich verblassen!

Deichsicherung an der Elbe

Verleihung einer Ehrenmedallie an alle Helfer aus der Gemeinde Emmerthal

Am 9.9.2002 formierten sich Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis (natürlich auch Kameraden der Feuerwehr Kirchohsen) und auch aus benachbarten Landkreisen zum größten Gefahrguteinsatz in der Geschichte des Landkreises Hameln-Pyrmont:

Im Bahnhof von Bad Münder waren zwei Güterzüge zusammengestoßen und dabei ein Kesselwaggon mit der Substanz Epichlorhydrin explodiert. Alle Einsatzkräfte wurden danach zum Gesundheitsamt zur Blutentnahme bestellt, um feststellen zu können ob Einsatzkräfte die Substanz in ihren Körper aufgenommen haben. Bis heute ist der Ausgang dieses Einsatzes nicht vollständig geklärt und er hat einmal mehr gezeigt, dass die Feuerwehrkameraden bei ihrer freiwilligen Tätigkeit auch trotz der guten Ausrüstung immer wieder unüberschaubaren Gefahren ausgesetzt werden können!

Einsatzbericht lesen

Im Juli 2003 hatten Kameraden der Feuerwehr Kirchohsen erstmalig die Möglichkeit in einer Brandsimulationsanlage, die Station auf der FTZ gemacht hatte, den Ernstfall bei 400°C zu trainieren.

Im August 2003 hatten über zwei Wochen wechselweise immer zwei Kameraden der Feuerwehr Kirchohsen Rufbereitschaft auf Grund der lange anhaltenden Trocken- und Hitzeperiode. Sie durften das Dorf nicht verlassen, wenn sie Dienst hatten und mussten zu jedem Flächenbrand im Landkreis sofort mit dem Tankwagen der FTZ ausrücken um den Löschwasservorrat der Einsatzkräfte vor Ort zu erweitern. Diese Rufbereitschaft führte in zwei Wochen zu 10 Einsätzen und wurde deshalb von vielen Kameraden mit Begeisterung angenommen, denn sie stellte einmal mehr die Professionalität und die Offenheit für neue Wege der Feuerwehr Kirchohsen unter Beweis!

Am 23. August 2003 feierte die Jugendfeuerwehr Kirchohsen ihr 20jähriges Bestehen auf dem Gelände der FTZ mit Festkommers, Spielen für die Jugendlichen, Fahrzeugschau und Disco am Abend!

Im November wurde nach 24 Jahren das Tanklöschfahrzeug durch ein neues TLF 16/25 ersetzt, welches durch die Gemeinde Emmerthal beschafft wurde. Erstmalig wurde hierfür auch ein gemeindeeigener Hilfeleistungssatz der neusten Generation beschafft.

Übergabe des neuen TLF

TLF 16/25 auf Mercedes Atego 1325AF ausgebaut von der Fa. Schlingmann, Dissen

Im Dezember 2003 trat der Ortsbrandmeister Michael Sczesni aus persönlichen Gründen von seinem Amt als Ortsbrandmeister zurück! Bei den Neuwahlen wurde der bisherige Stellvertreter Kay Leinemann zum Ortsbrandmeister gewählt. Zum neuen stellvertretenden Ortsbrandmeister wurde der Kamerad Michael Niehus gewählt.

Im Februar 2004 wurde nach 124 Jahren Feuerwehrgeschichte in Kirchohsen mit Domenique Langhorst die erste Frau in die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen aufgenommen.

Im Mai 2004 wurde zum 50. Jubiläum der Feuerwehrtechnischen Zentrale der erste Spatenstich zu einem Erweiterungsbau getätigt, von dem auch die Feuerwehr Kirchohsen einmal mehr profitieren sollte.
Eine neue Fahrzeughalle mit vier Stellplätzen, zwei Umkleideräumen und direkt angrenzenden Sanitärbereichen inklusive Duschen wurde direkt neben der bestehenden Fahrzeughalle zusammen mit einem neuen Ausbildungszentrum für die Kreisfeuerwehr errichtet. Außerdem wurde die Außenanlage mit einem großen Übungs- und Parkplatz sowie einer Alarmausfahrt zur Reherstraße neu gestaltet. Um dies verwirklichen zu können, musste das Gebäude Reherstraße 15, ehemals Wohnung von Kreisschirrmeister Rolf Hüsing und Unterrichtsraum der Feuerwehr Kirchohsen, abgerissen werden.
In gewohnter Weise konnten der Landkreis Hameln-Pyrmont und die Gemeinde Emmerthal sich mit der Unterbringung der Feuerwehr Kirchohsen auf dem FTZ-Gelände schnell einigen. Daher konnte der ehemalige Ausbildungstrakt der Kreisfeuerwehr nach Übergabe der neuen Räume am 22. April 2005 von der Feuerwehr Kirchohsen bezogen werden.

Übergabe der neuen Fahrzeughalle am 22. April 2005

Seit dem 23. Mai 2005 präsentiert sich die Feuerwehr Kirchohsen auch im Internet. Unter www.feuerwehr-kirchohsen.de kann sich jeder online über unsere Aktivitäten informieren oder mit uns Kontakt aufnehmen.

Im August 2005 wurden die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Kirchohsen erstmals mit Überhosen ausgerüstet. Diese Hosen sind die Ergänzung zu den Überjacken, die bereits im Jahr 2000 beschafft wurden. Durch die Kombination Überhose, Überjacke und Kopfschutzhaube ist es jetzt erstmals möglich, dass Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen eine Brandbekämpfung im Innenangriff durchführen und dabei Schutzkleidung tragen, die am ganzen Körper die Folgen einer Rauchdurchzündung (Flash-over) weitgehend minimieren kann.

Am Wochenende vom 2. - 4. September 2005 feierten wir unser 125. Jubiläum mit einem ausgiebigen Zeltfest auf den Weserwiesen in Kirchohsen.
Viele waren zunächst skeptisch, denn das letzte große Zeltfest, das überhaupt in Kirchohsen gefeiert wurde, lag gut 25 Jahre zurück und war wohl das zu unserem 100jährigen Bestehen. Jedoch ließen wir uns nicht entmutigen und planten das Fest nach dem Grundsatz: "Nicht Kleckern, sondern Klotzen!"
Starker Partner an unserer Seite war hierbei die Firma Meilenbrock aus Vinsebeck bei Steinheim, welche in unserem Namen die Organisation des Festplatzes übernahm. Sie errichtete ein großes Festzelt und ließ diverse Verkaufswagen sowie ein Kinderkarussell und einen Autoscooter aufstellen.
Am Freitag, den 2. September begann das Fest mit einem kleinen Umzug zum Ehrenmahl an der Petri-Kirche mit anschließender Kranzniederlegung. Dann fand auf dem Zelt der Festkommers statt. Gleich im Anschluss sorgte die Partyband "Dolce Vita" für flotte Rhythmen zu unserem Ball.
Der Samstag begann mit einer Fahrzeugschau auf dem Festplatz, welche am Nachmittag von einem historischen Wettbewerb gekrönt wurde. Am Abend sollte dann der größte Publikumsmagnet eingeschaltet werden: Die überregional bekannte Top-40-Party-Band "Grace" brannte ein Stimmungsfeuerwerk im prall gefüllten Festzelt ab, welches es so in Kirchohsen wohl noch nicht gegeben hat. Groß angelegte Werbung auch in allen Nachbarkommunen sorgte dafür, dass an diesem Abend etwa 1500 Personen ausgelassen feierten.
Am Sonntagmorgen fand auf dem Festzelt ein Zeltgottesdienst statt, welchen Pastor Klaus Kuhrmeyer und Diakon Michael Ließ liebevoll gestalteten. Am Mittag wurden schließlich die Emmerthaler Feuerwehren und die Kirchohsener Vereine empfangen, welche sich zum großen Festumzug formierten. Wieder auf dem Zelt angekommen, ließen wir uns nach einiger Kurzweil zum Katervesper nieder. Zu den Klängen des Musikzuges Hagen klang das Fest am Abend langsam aus.
Es wurde von allen Beteiligten als großer Erfolg bezeichnet, an den man nicht erst nach weiteren 25Jahren wieder anknüpfen sollte.

Zum Jahresende wurden die Renovierungsarbeiten beendet, welche die ehemaligen Ausbildungsräume der Kreisfeuerwehr in unser neues Domizil verwandelten.
Unter der Leitung des stellv. Zugführers Kester Weitze, welcher den größten Teil der Arbeiten selbst durchführte, wurde weitestgehend in Eigenleistung aus den tristen Räumen eine gemütliche Behausung für die Freiwillige Feuerwehr Kirchohsen geschaffen, die zwei Unterrichtsräume beinhaltet, welche durch eine klappbare Trennwand zu einem Versammlungssaal verbunden werden können. Außerdem ist eine Theke und eine Küche enthalten. Auch die traditionsgemäße "Löschecke" wurde nicht vergessen, sowie Sanitär- und Lagerräume und ein Ortsbrandmeisterbüro.

Im Januar 2007 wurde der Umweltzug von der Kreisfeuerwehr wieder zurück in Organisation der Feuerwehr Kirchohsen übergeben. Unter der Führung von Wolfgang Risch und seinem Stellvertreter Phil Kreibaum wurde er als zweiter Zug in die Wehrgliederung der Feuerwehr Kirchohsen eingegliedert und seit dem "Gefahrgutzug" genannt. Im August trat Phil Kreibaum unerwartet von seinem Amt zurück, worauf Sascha Meyer kommissarisch zu seinem Nachfolger ernannt wurde.

Mit Beginn der Sommerferien wurde die Valentinibrücke wegen des Neubaus des Mittelteils für viereinhalb Monate voll gesperrt. Da die Behelfsbrücke an der alten Fähre nur für Fahrzeuge bis 3,5t Gesamtgewicht ausgelegt war, konnten die Großfahrzeuge aus Kirchohsen die andere Weserseite nur mit Umweg über Hameln oder Daspe erreichen. Daher wurden spezielle Alarm- und Ausrückeordnungen für diese Zeit aufgestellt, die auch Feuerwehren aus der Stadt Hameln, dem Flecken Coppenbrügge und der Samtgemeinde Bodenwerder mit einbezogen. In Kirchohsen wurde der Mehrzweckwagen Sonderlöschmittel kurzerhand zu einem Vorausrüstwagen umgebaut, welcher noch knapp unterhalb der Gewichtsgrenze lag. Mit vielen Alarmübungen wurden diese Neuerungen und das Zusammenspiel der Kräfte ausgiebig getestet. Während der gesamten Vollsperrung kam es jedoch zu keinem einzigen Ernstfall, bei dem diese Konstellationen zum Einsatz kamen.

Kirchohsen, im Januar 2008
stellv. OrtsBM Michael Niehus

 

Die Führer der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen:

1880-1910 Hauptmann F. Blume
1910-1925 Hauptmann Hermann Leppel
1925-1937 Hauptmann Karl Müller
1937-1946 Hauptmann Friedrich Feldmann
1946-1956 Gemeindebrandmeister Karl Sommermeyer
1956-1966 Gemeindebrandmeister Hermann Feldmann
1966-1976 Gemeindebrandmeister Walter Bonhagen
1976-2001 Ortsbrandmeister Klaus Bonhagen
2001-2003 Ortsbrandmeister Michael Sczesni
2003-heute Ortsbrandmeister Kay Leinemann