Landkreis übergibt neues Sonderfahrzeug!
Neuer Gerätewagen Atemschutz/Strahlenschutz in Dienst gestellt - Vorgängerfahrzeug nach 27 Jahren abgelöst - das meistgenutzte Sonderfahrzeug des Landkreises wurde ersetzt!

"Bis der TÜV uns scheidet...!" - Mit diesen Worten kommentierte Kreisschirrmeister Rolf Hüsing etwas wehmütig die letzten Tage des alten Gerätewagen Atemschutz/Strahlenschutz (GW-AS), welcher ohne erdrückende Reparaturkosten nicht weiter betrieben werden kann.
Am Anfang seiner Karriere hatte er dieses Fahrzeug bereits mit geplant und überführt und gab so einen kurzen Einblick in die Anfänge dieses Fahrzeugs: Dieses war 1983 das Erste seiner Art im Landkreis Hameln-Pyrmont. Aber auch überregional gab es vergleichbare Fahrzeuge fast ausschließlich bei Berufsfeuerwehren. Seinerzeit hatten die Verantwortlichen des Landkreises Hameln-Pyrmont und der Kreisfeuerwehr Hameln-Pyrmont bereits Weitblick bewiesen, denn heute ist ein solches Fahrzeug aus dem Einsatzgeschehen bundesweit nicht mehr wegzudenken.
Immer wenn langwierige oder umfangreiche Atemschutzeinsätze erforderlich werden, eine Wärmebildkamera benötigt wird, Schadstoffmessungen durchzuführen sind, oder Gefahrgut und Strahlenschutzeinsätze bewältigt werden müssen, steht dieses Fahrzeug allen acht kreisangehörigen Städten und Gemeinden zur Verfügung.
Als bekannte Einsätze hob Hüsing das Großfeuer im Dorint-Hotel in Hameln im Jahr 1983, einen Verkehrsunfall mit Gefahrgut bei Grohnde im Jahr 1987, den Brand des Hufelandbades in Bad Pyrmont im Jahr 1999 und das Zugunglück in Bad Münder im Jahr 2002 hervor.

Nun ist jedoch die Zeit gekommen, Raum für neue Ideen zu schaffen: Die Arbeitsweisen und die technischen Ausstattungsmöglichkeiten haben sich in den 27 Jahren gravierend verändert und somit wurde es auch Zeit, das Fahrzeug an diese Gegebenheiten anzupassen! Kirchohsens Ortsbrandmeister Thomas Jordan machte in seinem Grußwort außerdem auch keinen Hehl daraus, dass er sich in letzter Zeit mehr und mehr Sorgen machte, ob seine Einsatzkräfte auch immer heile von Einsätzen mit diesem Fahrzeug zurückkommen.


v.l.: Kreisschirrmeister Rolf Hüsing (am Steuer), Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke, Ausschußvorsitzender Rolf Keller und Dezernatsleiter Gerhard von Zobeltitz


alt gegen neu: zwei Generationen des GW-AS

Im Beisein des Feuerwehrausschusses des Landkreises Hameln-Pyrmont, der Stadt- und Gemeindebrandmeister, der Feuerwehr Kirchohsen sowie Vertretern der an der Anfertigung beteiligten Firmen gab der Ausschußvorsitzende Rolf Keller einen Überblick über die Daten und Fakten des Fahrzeugs, der Finanzierung und die verschiedenen Etappen von der ersten Planung bis zum Tage der Übergabe. Im Anschluß übergab er symbolisch den Fahrzeugschlüssel an Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke.

Wöbbecke dankte allen Beteiligten vom Landkreis Hameln-Pyrmont, der die Finanzierung auf den Weg brachte, über die beteiligten Firmen Fahrzeugbau Schierling (Lieferung des Fahrgestells) und Meindl Fahrzeugbau (Herstellung des Aufbaus), sowie Rolf Hüsing, Sascha Corbach und Michael Niehus von der Feuerwehr Kirchohsen (Angebotseinholung und Detailplanung) für die hervorragende Zusammenarbeit und gab den Schlüssel an Kreisschirrmeister Rolf Hüsing weiter.

Dieser konnte nach seinem Rückblick dann auch mit Stolz auf das neue Fahrzeug verweisen, welches ab sofort dem Stand der Technik entspricht und somit die Flotte der Sonderfahrzeuge um einen wichtigen Schritt modernisiert. Als letztes gab auch er den Fahrzeugschlüssel an den Ortsbrandmeister der Feuerwehr Kirchohsen Thomas Jordan weiter.

Jordan, dessen Einsatzkräfte zusammen mit einigen Interessierten Kollegen der Feuerwehren Hagenohsen und Emmern dieses Fahrzeug im Einsatzfall besetzen, bedankte sich ebenfalls bei allen Beteiligten dafür, dass er dieses hochmoderne Fahrzeug nun in seine Obhut übernehmen kann. Da die feuerwehrtechnische Beladung vom Vorgängerfahrzeug übernommen wird, wies er außerdem darauf hin, dass einiges davon mittelfristig ebenfalls erneuert werden müsse, jedoch der wichtigste Schritt mit der Neubeschaffung des Fahrzeuges bereits gemacht worden sei.

Im Anschluß konnten sich alle Gäste der Feierlichkeit das neue Arbeitsgerät in aller Ruhe ansehen.

Einige Wochen wird das alte Fahrzeug jedoch noch im Dienst bleiben, da der Ausbau des Koffers noch nicht abgeschlossen ist.

Text und Fotos: Michael Niehus