Besuch der Brandsimulationsanlage in Lemgo

Üben für den Ernstfall...

Am 10. Dezember 2005 besuchten 16 Einsatzkräfte der Gemeindefeuerwehr Emmerthal (davon elf aus Kirchohsen) das Brandübungshaus auf dem Gelände des Feuerwehr-Ausbildungszentrums (FAZ) des Kreises Lippe in Lemgo. In dem Brandübungshaus können Feuerwehrleute realitätsnah die Brandbekämpfung in Gebäuden, sowie das Retten von Personen aus brennenden Gebäuden üben.

Die Anlage vermittelt realistische Praxiserfahrungen in simulierten Notfällen und ermöglicht damit eine hochqualifizierte Ausbildung im Brandschutz. Sie inszeniert authentisch die meisten Brandsituationen für verschiedene Brandklassen, auf die Feuerwehrleute treffen können. Sie konfrontiert die Übenden mit echten Flammen, mit starker Hitze, hoher Feuchtigkeit, stark eingeschränkter Sicht durch dichten Rauch und Stresssituationen.

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Das Arbeiten unter extremen Bedingungen muss gelernt sein und laufend geübt werden. Alle Räume einschließlich des Treppenhauses und der Flurbereiche können "vernebelt" werden.

Unter der Leitung von 2 Ausbildern wurden die Teilnehmer kurz theoretisch auf den praktischen Teil vorbereitet. Hier sind Themen wie Stressbewältigung, Funk und Kommunikation, Vorgehensweise (Bewegen im Gefahrenbereich), taktisches Verhalten sowie die Brandbekämpfung im Innenangriff und auch die Menschenrettung vermittelt worden.

Der praktische Teil der Ausbildung fand im Brandübungshaus statt.

Als erste praktische Übung stand die Hitzegewöhnung auf dem Programm. Bei dieser Übung sollten sich die Teilnehmer an die Temperaturen gewöhnen und die enormen Temperaturunterschiede bei einem Brand in geschlossenen Räumen erfahren. Des weiteren sollten sie Vertrauen in ihre persönliche Schutzausrüstung bekommen,  aber auch deren Grenzen feststellen. Im Brandraum wurden die Teilnehmer mit einer Deckentemperatur von ca. 450°C und einer Temperatur in Körperhöhe von 250°C konfrontiert.

Nachdem alle Teilnehmer gemeinsam ihre ersten Erfahrungen ausgetauscht hatten, begannen die Einsatzübungen, die in Truppstärke (2 Feuerwehrkameraden) und einem Ausbilder durchgeführt wurden.


Bei den Übungen sollten die Trupps das im Unterricht vermittelte Wissen in die Praxis umsetzen. Die gemachten Fehler wurden nach jeder Übung besprochen und die richtige Verhaltensweise erläutert. Ziel der Übungen ist es, aus den gemachten Fehlern zu lernen. Nur durch solch realistische Übungen lassen sich Fehler im Realeinsatz vermeiden, die zu Verletzungen oder zu schweren Unfällen führen können.

Die Bedingungen, die die Trupps bei den Übungen vorfanden, waren extrem einsatzrealistisch, da mit Wasser echte Flammen gelöscht werden mussten, alles verraucht war und unter extrem schlechter Sicht Personen (Dummies) zu retten waren. Hinzu kam, dass die erzeugten Temperaturen denen eines realen Einsatzes sehr nah kamen.

Alle Teilnehmer haben den Tag in der BSA mit Erfolg abgeschlossen und können ihre Erfahrungen nun im nächsten Realeinsatz mit einbringen. Erfahrungen, die sich positiv auswirken auf das Handeln und Bewegen im Gefahrenbereich und die einen wesentlichen Beitrag für die eigene Sicherheit bedeuten.

Unser besonderer Dank gilt dem stv. Gemeindebrandmeister Wolfgang Meyer und dem Gemeindeatemschutzbeauftragten Antonio Rohde, die den Tag in der BSA Lemgo überhaupt erst möglich gemacht haben.