Einsatzübung: Gebäudebrand im Wald

"Am Freitag, den 22. Juli 2005 gegen 18:45 Uhr überfliegt der Feuerwehr-Flugdienst Niedersachsen den Landkreis Hameln-Pyrmont bei einem Kontrollflug. Er entdeckt ein Feuer auf dem Bückeberg und übermittelt die Koordinate an die FEL. Es ist windstill und es herrscht Waldbrandstufe 5..."

Dieses Szenario hatten sich Thomas Jordan und Michael Niehus für eine Einsatzübung der Feuerwehr Kirchohsen ausgedacht. Außerdem standen Einsatzleiter Frank Melde die Feuerwehr Hagenohsen sowie der 3. Zug der Kreisfeuerwehrbereitschaft (KFB) West zur Verfügung.
Nachdem er anhand der Koordinate den Einsatzort als das ehemalige Munitionsdepot identifiziert hatte, wurden zunächst die Feuerwehren Hagenohsen und Kirchohsen an den Einsatzort geführt.


Dieses "Bild" bot sich den Einsatzkräften am Einsatzort. (Beim Mouseover sieht man den "Einsatzort" in der Realität...)


EO:  Einsatzort
WE1: Wasserentnahmestelle1 (von hier aus wurde die 1,9km lange Löschwasserleitung zur Einsatzstelle gelegt)
WE2: Wasserentnahmestelle2 (hier wurden die Tanklöschfahrzeuge und das LF 16 wieder aufgetankt)

Die Hagenohsener Brandschützer mussten zunächst das Vorhängeschloss am Zufahrtstor aufbrechen und begannen dann mit der Brandbekämpfung. Sie wurden hierbei von Kollegen aus Kirchohsen unterstützt.
Die Kirchohsener Löschfahrzeuge brachten nach dem ersten Löschangriff das Löschwasser im Pendelverkehr zum Einsatzort. Sie wurden vom Tanklöschfahrzeug (TLF 8/25) Heßlingen unterstützt, welches vom 3. Zug der KFB West abgezogen wurde.
Während ein Fahrzeug die Einatzkräfte mit Löschwasser versorgt, füllen die anderen ihre Wassertanks wieder auf. Dieses passierte am Hastenbecker Weg in Hagenohsen.
Es wurden zwei Einsatzabschnitte gebildet. Die Leitung des Abschnitts "Brandbekämpfung" übernahm Hagenohsens Ortsbrandmeister Stefan Möller.
Der Abschnitt "Löschwasserversorgung" wurde von Zugführer Frank Melde geleitet.

Während dieses Pendelverkehrs begann der 3. Zug der KFB West unter Leitung von Zugführer Wilfried Eldracher mit dem Aufbau der Löschwasser-Förderstrecke vom Wohngebiet Bückebergstraße in Hagenohsen zum ca. 2km entfernten Einsatzort.
Hieran war der Mehrzweckwagen Schlauch/Kran (MZW S/K) maßgeblich beteiligt. In diesem Fahrzeug befinden sich 2000m B-Schlauch, welche fertig gekuppelt in Buchten im Heck des Fahrzeugs liegen. So kann nach dem Ankuppeln der Schlauchleitung das Fahrzeug langsam in Richtung Einsatzstelle fahren, während die Leitung beinahe von selbst aus dem Fahrzeug gleitet.
Die Besatzung des LF 16 kam ihnen mit der B-Schlauch-Haspel entgegen gerollt.
Nach zwei geplatzten Schläuchen und einer guten Stunde Arbeit konnte die Einsatzstelle über die Förderstrecke mit Löschwasser versorgt werden.

Nachdem festgestellt worden war, dass der Unterflurhydrant trotz der großen Höhe und des geringen Querschnitts genug Wasser lieferte, um mind. 800L/min Löschwasser bei 8bar fördern zu können, konnte die Übung erfolgreich beendet werden.

Übungsleiter Michael Niehus zeigte sich zufrieden mit dem Übungsverlauf. Lediglich in der Erstangriffsphase gab es einige Punkte anzumerken. So wurden z.B. beim Erstangriff alle Wassertanks gleichzeitig verbraucht. Dies hat zwar zunächst einen effektiveren Löschangriff zur Folge, hat aber den Nachteil, dass alle Tankfahrzeuge nahezu gleichzeitig zum Tanken fahren müssen und dabei eine größere Pause im Löschangriff entsteht.
Allerdings wurde diese Pause sinnvoll genutzt, um das ebenfalls in der Erstphase entstandene Schlauch-Chaos zu entwirren.
Ansonsten war die Übung ein gutes Training für Einsätze dieser Art, aus welcher auch diverse Erfahrungswerte im Bereich der Führungsebene abgeleitet werden konnten.

Übungsdauer: 2,5 Stunden