Alarmübung: Feuer in Produktionsstätte

Am Freitag, den 8. April 2005 wurden um 17:00Uhr die Feuerwehren Emmern und Kirchohsen zur Firma Neudorff in Emmern alarmiert mit dem Einsatzstichwort "Brandmeldeanlage ausgelöst".
Noch vor dem Eintreffen des ersten Fahrzeugs meldete die Einsatzleitstelle Für Feuerwehr und Rettungsdienst (FEL) über Funk einen Anruf von der Firma Neudorff, wonach die Feuermeldung bestätigt wurde. Im zweiten Obergeschoss solle eine Produktionsstätte brennen, einige Mitarbeiter seien nach oben geflüchtet.
Aufgrund dieser Meldung wurde um 17:04Uhr Vollalarm für Emmern und Kirchohsen gegeben (zuvor war gemäß Alarmplan jeweils nur die Kleinschleife ausgelöst worden).
Beim Eintreffen des ersten Fahrzeugs wurden bereits drei Personen auf dem Dach gesichtet, die auf sich aufmerksam machten. Da mit der längsten Leiter der Emmerthaler Feuerwehren nur eine Rettungshöhe von 12m (3.OG) erreichbar ist, und die Personen sich oberhalb des 3.OG auf dem Dach befanden, wurde von Einsatzleiter Kay Leinemann die Drehleiter der Feuerwehr Bad Pyrmont angefordert. Außerdem wurde die Feuerwehr Ohr zur Verstärkung angefordert.

Parallel hierzu wurden alle verfügbaren Atemschutzgeräteträger zur Menschenrettung in das zweite und dritte Obergeschoss geschickt, da insgesamt 14 Personen vermisst wurden. Während die FF Emmern die Wasserversorgung von der Emmer errichtete nahmen Kameraden der FF Ohr die Verletzten entgegen und übergaben sie an die Besatzung des RTW.
Da die Anzahl an Atemschutzgeräteträgern immer noch nicht ausreichte, wurden nun die Feuerwehren Hagenohsen und Voremberg nachalarmiert. Außerdem wurde in Kirchohsen Sirenenalarm gegeben. Zu diesem Zeitpunkt wurden immer noch sieben Personen im Gebäude vermisst.
Die mittlerweile eingetroffene Drehleiter wurde vor dem Haupteingang in Stellung gebracht. Mit ihr war die sichere Rettung der auf das Dach geflüchteten Personen in kurzer Zeit gewährleistet.
Da aufgrund der hohen Verletztenzahl die Brandbekämpfung zunächst routinemäßig vernachlässigt wurde, hatte sich das Feuer zwischenzeitlich weiter ausgebreitet. Bis dato waren Löschmittel nur zum Eigenschutz und zur Menschenrettung eingesetzt worden. Freigewordene Kräfte begannen daher mit einem Außenangriff auf einige Fenster aus welchen bereits "Flammen" loderten. Auch die Drehleiter hatte inzwischen die Menschenrettung abgeschlossen und wurde nun zur Brandbekämpfung eingesetzt. Mit einem Wenderohr wurde aus dem Drehleiterkorb das "durchbrennende Dach" gelöscht. Einsatzkräfte der Feuerwehr Voremberg bauten eine zweite Wasserversorgung von der Emmer auf, um den hohen Wasserbedarf des Wenderohres zu decken.

Nachdem der letzte der 14 Vermissten gerettet worden war, wurde die Übung beendet. Gemeidebrandmeister Klaus Bonhagen zeigte sich zusammen mit seinen beiden Stellvertretern Willi Pflughaupt und Wolfgang Meyer zufrieden mit der Übung. Er unterstrich noch einmal wie wichtig der Einsatz der Atemschutzgeräteträger sei, die hier in großer Zahl erforderlich waren. Dies war auch der Grund, warum das Übungsszenario kurzfristig erweitert wurde. Die Feuerwehren Hagenohsen und Voremberg waren ursprünglich nicht in das Szenario eingeplant, wurden aber kurzerhand nachalarmiert, da das Einsatzziel sonst nicht erreicht worden wäre.
Schließlich bedankte der sich bei den Brüdern Martin und Jürgen Lohmann, die einmal mehr in gewohnter Weise einen Ihrer Betriebe zu Übungszwecken zur Verfügung gestellt hatten. Auch sie zeigten sich sehr zufrieden und beeindruckt über das Vorgehen der Einsatzkräfte und ließen es sich nicht nehmen, zum Dank einen Imbiss und kalte Getränke für die erschöpften Einsatzkräfte zur Verfügung zu stellen.
Ausgearbeitet hatte diese Übung Zugführer Frank Melde, welcher sich ebenfalls mit ihrem Ausgang zufrieden zeichnete.

Unser besonderer Dank gilt den Verantwortlichen der Fa. Neudorff sowie der Lohmann-Gruppe, allen voran den Brüdern Martin und Jürgen Lohmann für Ihre Unterstützung und die gute Verpflegung der Einsatzkräfte.
Außerdem bedanken wir uns bei den Mitgliedern der Feuerwehr Groß Berkel, die sich so zahlreich als vermisste Personen zur Verfügung gestellt hatten.

Eingesetzte Fahrzeuge: TLF16/25, LF 16, ELW 1, RW 2, MZW S/K, GW-AS, TSF-W (FF Emmern), TSF-W (FF Ohr), DLK 23/12 (FF Bad Pyrmont), TSF-W (FF Hagenohsen), TSF (FF Voremberg), RTW (DRK Rettungswache Emmerthal)

Einsatzdauer: ca. 2 Stunden